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Vulkane erleben
Ab in die Vulkaneifel
*Gastartikel*

Gastartikel von Nadine Betz

Achtung: Vulkane!

Die Freude am Lernen meines Kindes versuche ich immer interaktiv zu unterstützen. Am besten gelingt mir das beim Reisen und ich finde wirklich immer Argumente, ein momentan hoch im Kurs stehendes Thema mit einer Reise zu vertiefen. Faszination Vulkan!!! Was fällt mir dazu ein: Hawaii, Costa Rica, Indonesien, Island… Bingo! Wäre da nicht dieses lästige und uns seit gut einem Jahr begleitende Thema „Corona“. Warum in die Ferne schweifen, wenn das hochexplosive Pulverfass nicht weit entfernt ist?

Die Vulkaneifel

Das Gebiet der Vulkaneifel erstreckt sich von Koblenz bis fast nach Trier. Was heute als westdeutsches Mittelgebirge mit kleinen Seen daherkommt und touristisch als Mosel-Wein-Wandergebiet bekannt ist, sind die Überbleibsel aktiver Vulkane, die zuletzt vor gut 13000 Jahren ausgebrochen sind. Aber Achtung, die Vulkane sind teilweise immer noch aktiv, wie man an verschiedenen Stellen in der Eifel auch beobachten kann.

Vulkanausbruch in der Rhein-Main-Region

 

Um die Tour zu starten, empfiehlt sich ein Besuch im Lava-Dome in Mendig. Groß und Klein wird hier auf anschauliche Art und Weise das Thema rund um „Vulkane, Lava und Gesteine“ näher gebracht. Kinder sind herzlich willkommen, Wissen wird anschaulich und interaktiv vermittelt. Die Macher haben wirklich keine Kosten und Mühen gescheut und das original nTV Studio samt Moderatoren angemietet um einen „live Katastrophenbericht“ eines plötzlichen Vulkanausbruchs in der Eifel nachzuspielen. Es ist spannend zu hören, welche Auswirkungen ein Vulkanausbruch auch für die Rhein-Main Region hätte, die A3 wäre beidseitig gesperrt und Köln würde evakuiert werden.

Ab in den Keller ...

Dass der entstandene Basalt einer der härtesten Steine überhaupt ist, erfährt man 30 m über eine steile Treppe abwärts im Lavakeller. Es ist dunkel, es ist kalt (ganzjährig ca. 6Grad) und der Regen des Frühlings tropft uns auf die Jacken während der Führung über ein halbes Fußballfeld Mendig-Unterkellerung. Dabei sehen wir nur einen wirklich kleinen Teil der Keller, die Gesamtgröße wird auf 360 Fußballfelder geschätzt. Geduldig beantwortet der Guide alle Fragen unseres Jüngsten: „Wenn man so viel ausbuddelt, muss man doch auch eine ganze Menge Regenwürmer ausgegraben haben. Was macht man dann mit so vielen Regenwürmern?“ Der Lavakeller ist also eine spannende Sache, wo man nicht nur die Antwort auf die Regenwürmerfrage erhält, sondern auch viel über den Basaltabbau und dessen schweren Bedingungen. Bis zur Erfindung der Kühlschränke nutzten die Bierbrauer die Keller zur Bierkühlung, heute sind die Keller leer und werden bestenfalls wegen der hervorragenden Akustik als Konzertsäle oder Filmkulisse genutzt. Ein Abschiedsgeschenk gibt’s auf jeden Fall kostenfrei dazu: die 30m muss man wieder rauf, Muskelkater am nächsten Tag ist vorprogrammiert!


>> Website Lava-Dome Menzig

Museumslay

An der Brauereistrasse beim Lavakeller etwas weiter befindet sich der Museumslay. Eine Art kleines Freilichtmuseum aus der Zeit der Lavakeller. Um noch einmal auf die Arbeitsbedingungen zu jener Zeit einzugehen, sicherlich ganz anschaulich und nett ausgestellt.

>> Website Musemslay

Braukunst & Spielplatz

Mit so viel Wissen über die Vulkane gönnt man sich gerne eine Pause in der gegenüber liegenden Vulkanbrauerei. Die wissen, wie es geht: Direkt vor dem Biergarten ist ein schöner, neu angelegter Spielplatz, sodass das kühle Blonde mit guter Küche in Ruhe genossen werden kann. 

>> Vulkan-Brauerei

Im Vulkan baden

Nach so viel Bildung rund um den Vulkan tut Abwechslung in der Natur gut. Wir verlassen also die Vulkanwissenshochburg Mendig und fahren zum Laacher See. Den See kann man auf einem tollen Spazierweg direkt am Ufer umrunden (ca 7km). Wer Lust auf ein kleines Abenteuer hat, bezieht jetzt sein Plätzchen direkt am See und baut das mitgebrachte Zelt auf. Mein Tipp: Zelt weit entfernt vom kleinen Yachthafen aufbauen. Bei unserem Besuch pfiff der Wind um die Ecken und die Segelstangen klapperten im Wind, was mich nachts um 1 Uhr ziemlich auf die Palme bringen würde.

>> Campgin RCN Laacher See

 

Wir waren im Frühling hier, im Sommer scheint mir das ein prima Plätzchen mit Strandbad zu sein, um die Seele baumeln zu lassen. Allerdings habe ich gehört, dass Parkplätze an  heißen Sommertagen rar sein sollen. Um das Thema Vulkan auch hier wieder aufzugreifen: Im Laacher See schwimmt man quasi im Krater des Vulkans. Etwas spooky ist es schon, dass genau dieser noch aktiv ist. Zu sehen ist die Aktivität an den Bläschen, die am Rad des Sees vor sich hin blubbern.

 

Weitere Bademöglichkeiten in den Maaren der Vulkaneifel bieten das Gemündener Maar und das Schalkenmehrener Maar und auf dem Weg dorthin lohnt sich der Abstecher zum schönen Spielplatz Keltenburg in Uersfeld. 

 

Wanderung Laacher See
Laacher See

Geysire live erleben

Unweit von Mendig liegt auch Andernach. Auch hier wird die Aktivität der Erde sichtbar, denn alle 2 Stunden spuckt der Boden eine ca. 40m hohe Kaltwasserfontäne in die Luft. Im Frühjahr war der Geysir coronabedingt geschlossen, deswegen kann ich nur vom Hörensagen sprechen: Der Besuch sollte gut geplant sein, um lange Wartezeiten zu vermeiden, denn man fährt mit einem Boot zum Geysir und kann nicht einfach hinspazieren. Die Kombi mit dem Boot macht den Ausflug für Kinder natürlich interessanter.  

>> Geysir Andernach

Wem Wartezeiten und Corona-Tests, bzw. Impfung für einen Andernach Geysir Besuch zu viel Aufwand sind, der kann die gleiche Aktivität nur in abgeschwächter Form in Wallenborn beobachten. Alle 30 Minuten sprudelt dort im Vergleich der Baby Geysir „Wallender Born“ vor sich hin. 

Der Minigeysir wendet die gleiche Mineralwasserflaschentechnik an, wie der Geysir in Andernach, ist jedoch ca. 1 Stunde Fahrtzeit von Andernach entfernt in der Nähe von Daun.

>> Mehr Infos zum Wallenborn

 

Wasser marsch!

In der Dauner Gegend befindet sich auch der Dreimühlenwasserfall. Denn die Vulkaneifel bietet auch den ein oder anderen kindgerechten Nicht-Vulkan-Ausflug: Gerade an heißen Sommertagen lohnt sich mit Kindern die kurze Wanderung zum Dreimühlenwasserfall.

Was gibt es schöneres, als sich bei 30 Grad von einem leichten Sprühnebel berieseln zu lassen, während die Kinder in Badekleidung die Wasserfall Dusche genießen?

Der Dreimühlenwasserfall ist zudem schön anzusehen, denn er ist über und über mit Moos behangen. Es lohnt sich für den Platz am Wasserfall Picknickkorb und Decke einzupacken und den Tag einen guten Mann sein zu lassen.  

>> Mehr Infos zum Dreimühlenwasserfall

Wer traut sich rüber?

Einen Kick verspricht die 360 m lange Geierlay Hängebrücke, wenn auch der Weg dorthin etwas beschwerlich ist. Wer hätte beim Bau gedacht, dass diese Brücke wahre Touristenströme auslöst und der Ort Mörsdorf Wochenende für Wochenende völlig außer Gefecht gesetzt wird und Menschenströme den ca. 2 km langen Weg (oneway) von den ausgewiesenen Parkplätzen zur Brücke gehen?

Die Brücke selber ist an solchen Tagen total überlastet. Sicher ein cooler Kick für den abenteuerlustigen Sprössling. Für ein „like-trächtiges Instagram-Hotspot-Foto“ muss man aber schon gegen 5 Uhr morgens vor Ort sein und hat dann seltenst die Brücke für sich.

Zu Coronazeiten wurde aus der Brücke eine Einbahnstraße und man muss zurück den 6 km langen Weg durch das Tal gehen.  Da wir hier von kindgerechten Ausflügen sprechen, bin ich mir sicher, dass der kurzfristige Kick beim Gang über die Brücke das Nölen des Rückweges nicht wert wäre, aber dieser Hinweis ist natürlich rein subjektiver Natur ;).

>> Website Geierlay

Burgfräulein & Ritter

Unweit der Geierlay trohnt Burg Eltz, die Lieblingsburg meines Mannes. Mein Mann erinnert sich daran, dass die Burg Eltz auf dem 500DM-Schein abgebildet war. Jetzt könnt Ihr 2 Antworten auf die Frage ableiten, warum ich mich wohl nicht an das Bild auf dem 500DM Schein erinnern kann ;-)? Gut zu erreichen ist die Burg Eltz entweder über den Waldparkplatz ca 1,5km entfernt oder über den Traumpfad „Eltzer Burgpanorama“. Letzterer ist allerdings knapp 13km lang und daher nur mit älteren Kindern zu empfehlen. Die Burg selber lädt zur Einkehr ein. Sie ist nie erobert oder zerstört worden und seit ca 800 Jahren in Familienbesitz und definitiv eine Besichtigung wert. Im Sommer können die Kinder auch herrlich im flachen Wasser des Elzbaches spielen.  

>> Website Traumpfade – Eltzer Burgpanorama

 

 

Wir haben für uns festgestellt, dass Corona auch eine Chance ist, den Ausflugszielen in der Region eine Chance zu geben und auch selber kreativ zu werden.

Corona als Chance

Wir haben für uns festgestellt, dass Corona auch eine Chance ist, den Ausflugszielen in der Region eine Chance zu geben und auch selber kreativ zu werden. Man kann die Vulkaneifel entweder mehrtägig oder auch in 3 Einzelausflügen vom Rhein-Main-Gebiet aus besuchen. Nach Daun dauert die Fahrt ca 2 Stunden, in Mendig ist man in ca. 1,15 Stunde. Vielen ist die Eifel nur als Wander-und Weinregion bekannt. Defacto gibt es aber mehr zu entdecken, auch für Kinder. Ich habe meine Ausflüge in die Eifel in meinem Instagram Account www.instagram.com/nadinetravelsaround verewigt und freue mich über Kommentare und auch weitere Tipps unter den dazugehörigen Posts im Feed.  

 

Meine Unterkunft-Tipps:

>> Website Hubertushof Schönbach

>> Website Ferien-Gestüt Pfauenhof

Nadine Betz

Für dich vor Ort getestet von Nadine @nadinetravelsaround

Nadine Betz